So fing alles an

Wie ich Tauchlehrer wurde: Vom Waschbecken-Gewinnspiel auf die Malediven

Bevor ich dir erzähle, warum ich heute Angsttaucher bin, möchte ich erzählen, wie alles angefangen hat. Denn ohne diesen Anfang versteht man nicht, wie schwer es mir fiel, zuzugeben, dass ich beim Tauchen Angst habe.

Ich bin seit 32 Jahren Taucher. Und ich habe Tauchen ziemlich schnell gelernt.

Zwei Tauchkurse und ein Waschbecken

Ich hatte einen Ägypten-Urlaub gebucht, und gleich dazu einen Tauchkurs. Damals wohnte ich noch in Hessen. Auf dem Rückweg von einer Party hörte ich im Radio ein Gewinnspiel: Man musste anrufen und im Waschbecken blubbern, wer am längsten blubberte, gewann einen Tauchkurs.

Ich habe am längsten geblubbert und den Tauchkurs gewonnen. Das Verrückte daran: Ich war noch nie in Ägypten gewesen, hatte aber schon einen Tauchkurs gebucht. Also fuhr ich mit zwei Tauchkursen in der Tasche los.

Als ich den ersten in Ägypten machte, wusste ich: Das geht auf jeden Fall weiter. Als ich zum ersten Mal unter Wasser war, war das so magisch, dass ich noch auf dem Boot beschloss: Ich werde Tauchlehrer.

Von der Türkei nach Istanbul

Anderthalb Jahre später, nach dem Ende meines Studiums, habe ich mir diesen Traum sofort erfüllt. Ich ging in die Türkei und arbeitete dort ein halbes Jahr als Assistent. Ich habe Flaschen geschleppt und gefüllt und alles erledigt, was ein Tauchassistent so tun muss. Ich war damals Advanced Open Water Diver.

Mein Arbeitgeber bot mir an, die Ausbildung gleich mitzumachen. So habe ich dort den Rescue Diver und den Divemaster gemacht. Als das halbe Jahr vorbei war, bekamen wir die Möglichkeit, sogar die Tauchlehrer-Ausbildung zu absolvieren. Da habe ich sofort zugeschlagen. Die Prüfung habe ich in Istanbul im Marmarameer abgelegt, und dann war ich Tauchlehrer.

Auf die Malediven

Zurück in Deutschland suchte ich einen Job als frischer Tauchlehrer. Es verschlug mich direkt auf die Malediven, und ich war überglücklich, dort arbeiten zu können. Ich blieb fast ein Jahr.

Danach machte ich zwischendurch auf den Philippinen den Nitrox Instructor und kam wieder zurück. Auf den Seychellen habe ich dann auch gearbeitet, aber dort hat es mir als Tauchlehrer überhaupt nicht gefallen. Die Arbeitsbedingungen waren ganz andere als auf den Malediven, wo ich verwöhnt war. Die Ausrüstung mussten wir vom Strand durch die Wellen aufs Boot bringen, das war sehr anstrengend. Ich fühlte mich nicht wohl, war gefühlt ständig krank und hatte Ohrenprobleme, was bei mir eigentlich völlig untypisch ist.

Also ging ich zurück auf die Malediven und arbeitete dort noch einige Monate. Dann verschlug es mich wieder nach Deutschland, aber die Liebe zum Tauchen und die Liebe zu diesem Land haben mich immer wieder auf die Malediven gebracht.

Über 100 Tauchschüler

Ich habe, vor allem auf den Malediven, über 100 Tauchschüler ausgebildet, fast alle im Open Water und im Advanced Open Water. Das hat mir riesigen Spaß gemacht, gerade dort.

Mit den Jahren habe ich immer weniger ausgebildet, bis ich irgendwann ganz Hobbytaucher war. Das war kein Schnitt, sondern ein Prozess, der ein paar Jahre gedauert hat.

Und dann kam die Angst

Wie aus mir, dem ruhigen Tauchlehrer, ein Angsttaucher wurde, erzähle ich in meiner Geschichte. Sie erklärt auch, warum ich glaube, dass es hilft, offen darüber zu sprechen.

Wenn du dich darin wiederfindest, schreib mir gern.